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Steinpapier – Papier aus Kalkstein

8 Kommentare

Bereits vor rund zwei Jahren hatte ich schon einmal von Steinpapier gehört bzw. gelesen und fand diese umweltfreundliche Alternative zu Recyclingpapier bzw. Papier aus Frischfasern (aus nachhaltiger Forstwirtschaft) interessant. Leider war es damals noch fast völlig unbekannt in Deutschland und mein Kontakt, der mir Muster schicken wollte hatte sich leider nicht mehr gemeldet und so geriet das Thema in Vergessenheit.

Kürzlich wurde ich in meiner XING-Gruppe „Nachhaltige Werbung“ wieder aufmerksam darauf und habe inzwischen noch einmal Muster bei einem anderen Anbieter angefordert.

Heute habe ich selber ein wenig recherchiert, mich umgehört und mir einen aktuellen Überblick zum Steinpapier verschafft.

Steinpapier ist eine interessante Alternative, zumindest für bestimmte Einsatzbereiche. Steinpapier zeichnet sich z.B. durch eine „natürliche“ Wasserfestigkeit aus, was das Papier besonders für Tragetaschen, Verpackungen unterschiedlichster Art, Etiketten, Poster und Plakate (besonders im Außeneinsatz) und andere Produktverpackungen und Werbemittel, bei denen diese Eigenschaft gefragt ist, interessant macht – statt folierter/beschichteter Produkte.

Jedoch ist Steinpapier kaum eine Alternative für viele andere, alltägliche Papierprodukte wie Briefpapier Zum einen für Massenprodukte zu teuer. Oft ist die glatte Oberfläche schlicht nicht erwünscht bzw. passend.

Das Steinpapier hat zwar eine sehr angenehme Haptik, die jedoch stark an eine Kunststoffoberfläche erinnert, was ja allgemein weniger als umweltfreundlich wahrgenommen wird (auch, wenn das Steinpapier was Emissionen, Energieverbauch etc. angeht in der Ökobilanz besser dasteht). Die Nachhaltigkeit ist leider für den Verbraucher so erst einmal nicht erkennbar und muss extra kommuniziert werden, um diesen Umweltaspekt zu verdeutlichen.

Steckbrief: Steinpapier (oder auch: Steinfolie genannt) kann als umweltfreundlich eingestuft werden. Es besteht zu 60 bis 80 Prozent aus Kalksteinmehl und 20 bis 40 Prozent aus Bio-PE (-Polyethylen). Es enthält keinerlei Zellulose. Es ist wasserfest, sehr strapazierfähig, vergilbt nicht, wird nicht von Insekten befallen. Es ist lebensmittelecht. Wird es einmal aussortiert, landet auf dem Müll, zerfällt es im Prinzip wie eine Eierschale unter dem Einfluss von Sonne, Wind und Wetter zu Staub. Es ist nicht giftig.

Was die Öko-Bilanz angeht, gehen die Angaben je nach Quelle mehr oder weniger auseinander. Auf jeden Fall fällt sie sehr günstig aus, besser als bei „echten“ Papieren. Es wird für die Herstellung von Steinpapier kein Wasser benötigt, es werden keine Bäume gefällt, es werden keine Zusätze wie Bleichmittel und ähnliches benötigt, da der Kalkstein von Natur aus weiß ist, der Energieeinsatz ist geringer, die CO2-Bilanz ist neutral.

Wer sich selber ein Bild vom Steinpapier machen und weiter informieren möchte, empfehle ich die folgenden Links:

www.planet-wissen.de
www.sp-stonepaper.net
www.rockpaper.de
www.bagobag.com
www.gaiakraftdeutschland.de

 

 

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Autor: wildpeppermintdesign

wildpeppermint-design, heidrun lutz // frisch. nachhatlig. fair. // Nachhaltiges GrafikDesign für Print & Web. Naturfotos. Illustrationen. Mein Ziel: Werbung so nachhaltig und umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und produzieren zu lassen. Mehr auf meiner Website http://www.wildpeppermint-design.de

8 Kommentare zu “Steinpapier – Papier aus Kalkstein

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  4. Interessanter Bericht. Vor kurzem habe ich zum gleichen Thema einen Artikel verfasst.
    Dieser kann hier nachgelesen werden:
    http://bedingung-druck.blogspot.com/2013/06/steinpapier-papier-der-zukunft.htm

  5. Pingback: Steinpapier? Was ist das « sgiarovello design Grafik-Design aus Konstanz

  6. Interessant.
    So wie ich dies sehe, vorallem unter dem Aspekt „Marketing“.
    Stein(mehl) ist wohl einfach nur ein Füll- und Hlfsstoff für eine Kunststofffolie, eine Polyethylenfolie. PE an sich ist nicht bzw. nur schwer bedruckbar. PE macht man in der Regel heute aus Erdöl.
    Ob PE bei Steinpapier aus „Bio“-PE oder aus „Öl-PE“ besteht ist also eher eine Frage des Marketings, der reinen Behauptung. Die petrochemische Industrie braucht einfach neue Geschäftsfelder und behauptet JETZT erst einmal „bio“.

    • Vielen Dank für ihr Feedback. Steinpapier kann, wie schon geschrieben, bei manchen Einsatzgebieten eine Alternative sein. Aber keineswegs kann oder wird es „normales“ Papier verdrängen aus vielen Gründen. Ob hier die Petrochemie „dahinter steckt“ … ich glaube eher nicht. Da es nur ein Nischenmarkt ist und sicher auch bleiben wird und somit wenig interessant für diese ist.

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