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Von Bienen und Menschen: Wie Lavendelhonig entsteht

8 Kommentare

Da es mir wichtig ist, Produkte die mit viel Liebe, Handarbeit, Engagement und auf ökologische Weise produziert werden, auch wertgeschätzt werden, habe ich Kornelia Sinning eingeladen, einen Gastbeitrag zu schreiben. Sie und Ihr Partner stellen in mühevoller Handarbeit köstlichen Lavendelhonig her. Aber lesen Sie selbst.

Liebe Menschen- und Bienenfreunde,

heute möchte ich Ihnen über unsere Arbeit (Bienen und Imker) berichten. Wir ha-
en nun unsere Hauptarbeit fast beendet, die Bienen und wir. Es war viel Arbeit und wir sind stolz auf unser Resultat.

Unsere Bienen haben die stundenlange nächtliche Fahrt zu und von den Lavendelfeldern dank unseres schonenden Transportes bei Nacht überstanden. Sie haben ihr Bestes getan, den Lavendelnektar zu sammeln. Dieser wird dann von Bienen-Mund zu Bienen-Mund gegeben, um so mit wichtigen Enzymen angereichert zu werden. Danach wird er in die Waben gestockt. Nach dieser Tätigkeit wedeln Bienen Nacht für Nacht mit ihren Flügeln die überflüssige Feuchtigkeit aus dem Honig, damit er nicht gären kann. Bei Nacht deshalb, weil sie am Tag ja Nektar sammeln. An den Lavendelfeldern haben die Bienen einen 24-Stunden-Arbeitstag. Das führt dazu, dass sie schneller sterben als normal. Wenn eine Kolonie nicht groß genug ist, riskieren wir, ein komplettes Volk zu verlieren.

Am Ende wird die Wabe mit Wachs überzogen, um so sauber verschlossen im Bienenstock konserviert zu sein. Dieser Honig dient der Biene zum Überleben in den langen Wintermonaten; aber auch schon in der Herbstzeit, weil die Natur nicht mehr so viel Nektar bietet.

Viele Imker „ernten“ nahezu 100 Prozent des Honigs aus den Waben; wir nicht. Wir lassen den Bienen ihren Wintervorrat im Bienenstock. Wir füttern kein Zucker-
wasser. Es ist selbstverständlich für uns, dass wir keinen Raub an unseren Bienen verüben. Würden Sie es wünschen, wenn man Ihnen Ihre gesamten Vorräte für den Winter stiehlt? Für uns ist es eine Frage der Fairness und Ethik. Klar, Zuckerwasser ist billig und Honig kann gut verkauft werden. Der Schaden an den Bienen taucht nicht sofort auf. Doch Tatsache ist, dass Zuckerwasser den Bienen keine Mineralien gibt; Honig sehr wohl. Zuckerwasser schützt nicht vor Krankheiten; Honig tut das mit seinem natürlichen Antibiotika.

Immer wenn der Mensch habgierig wird, dann verliert er am Ende. Und immer dann, wenn der Kunde ein natürliches Produkt, welches mit so viel Arbeitsauf-
wand produziert
und bearbeitet wird, zu einem geringen Preis erwerben möchte, kommt der Imker in die Versuchung, mehr Honig zu ernten als gut ist zum Wohle seiner Bienen.

In Kanada ist man schon soweit, dass nach der Honigernte die gesamten Bienen verbrannt und dann im Frühjahr neue Kolonien kauft werden. Das ist billiger, als Honig im Stock zu lassen und immer noch billiger als Zuckerwasser zu kaufen. So etwas hat mit Imkerei nichts, aber auch überhaupt nichts mehr zu tun.

Wir haben unsere Arbeit getan im viel zu regnerischen Frühjahr, um die Bienen auf natürliche Weise von Pilzerkrankungen und viralen Erkrankungen zu befreien mit Radionik und Grapefruitkernextrakt, der dann in jeden der 600 Bienenstöcke per Hand eingebracht werden muss.

Wir haben die vielen nächtlichen Transportfahrten bewältigt. Das bedeutet, dass nach Sonnenuntergang der LKW mit ca. 80 Bienenboxen beladen wird. Sonnen-
untergang deswegen, weil dann alle Bienen im Stock sind. Das Laden dauert ca. 1,5 Stunden. Der Transport noch mal zwischen 2 und 3 Stunden. Es geht in die reine Natur, über Stock und Stein, dort wo die Lavendelfelder in voller Blüte stehen; auf Wegen die nicht immer befahrbar sind und manchmal eine echte Herausforderung sind.

Nach 3 Stunden Schlaf auf dem Fahrersitz im LKW oder unter freiem Himmel beginnt dann das Abladen, noch bevor die Bienen den Bienenstock verlassen. Das ist wichtig, damit sie sich an Ort und Stelle gut orientieren können. Dann 1,5 bis 2 Stunden Abladen und anschließend 2 bis 3 Stunden Heimfahrt. Und dies 6 bis 8 Nächte hintereinander.

Danach müssen die Bienenstöcke kontrolliert und betreut werden; eine neue Etage muss auf die Kästen aufgebaut werden, damit die Bienen dort den Lavendelhonig einlagern können. Wie es funktioniert, dass wir dann wirklich reinen Lavendelhonig und keinen „Mischhonig“ haben, darüber berichte ich in einem weiteren Beitrag.

Und dann ist da noch der Honigklau. Vor 2 Jahren wurden uns 80 Bienenboxen voll mit Honig gestohlen. Das ist ein riesiger Verlust: Das Bienenvolk, der Bienen-
kasten und der Honig. Es dauert zwei Jahre bis ein Volk wirklich Honig an den Lavendelfeldern produziert, das Holz für den Kasten, die Arbeit für den Kasten, der Honigverlust.

Dann folgen der Rücktransport und viele Tage Handarbeit mit dem Schleudern der Waben. Jeder Kasten hat 7 Waben x 600 Bienenkästen für eine Etage; bei 2 Etagen verdoppelt sich jede Handbewegung.

In dieser Zeit haben die Bienen Urlaub. Bevor die Königin beginnt wieder Eier zu legen für die Winterbienen müssen wir in jedem Kasten zwei Mal eine natürliche Behandlung gegen die Varoamilbe durchführen. Ein natürliches Thymianprodukt wird per Hand eingebracht.

Während der Honig in großen Tanks ruht, damit der überschüssige Sauerstoff entweichen kann um später im Honig keine Blasen zu bilden, werden die Bienen wie-
der bei Nacht zu Ihren Winterplätzen transpor-
tiert. Ans Meer nach St. Maxim; dort wo es keine Winterfröste gibt. Im Dezember/Januar muss nochmals eine natürliche Behand-
lung gegen Parasiten erfolgen; danach ruhen die Bienen bis ca. März.

Danach beginnt für uns das Abfüllen in Gläser und das Etikettieren und Verpacken für den Transport nach Deutschland; alles Handarbeit. Ein Teil des Honigs wird gleich im Tank an Großabnehmer verkauft, welche dann selbst in Gläser abfüllen; meistens nach Deutschland.

Diesen Bericht möchte ich abrunden mit einer Verehrung an die Honigbiene von Heinz Erhardt:

An die Bienen
Bienen! Immen! Sumseriche!
Wer sich je mit euch vergliche,
der verdient, dass man ihn töte!
Dass zumindest er erröte!
Denn, wie ihr in Tal und Berg schafft
ohne Zutun der Gewerkschaft,
ohne dass man euch bezahle,
ohne Streik und Lohnspirale,
täglich, stündlich drauf bedacht,
dass ihr für uns Honig macht,
ihr seid’s wert, dass man euch ehre!
Wobei vorzuschlagen wäre –
ob nun alt ihr, ob Novizen –
euch von heute ab zu siezen!
Unser Dank, unser Applaus
säh in etwa dann so aus:
„Sehr geehrte Honigbienen!
Wir Verbraucher danken Ihnen!“

Herzliche Grüße aus der Provence,
Kornelia Sinning und Raymond Georges

PS: Übrigens ab nächstem Jahr ist unser Lavendelhonig auch Bio-Zertifiziert und bestellen können Sie die Köstlichkeit gleich hier: Lavendelhonig-Bestellung

Update 10.01.2011:Stirbt die Biene, stirbt der Mensch“ so heißt es. Da ist sicher etwas dran. Ein interessanter Beitrag zum Thema gibt es auf UTOPIA.

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Autor: wildpeppermintdesign

wildpeppermint-design, heidrun lutz // frisch. nachhatlig. fair. // Nachhaltiges GrafikDesign für Print & Web. Naturfotos. Illustrationen. Mein Ziel: Werbung so nachhaltig und umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und produzieren zu lassen. Mehr auf meiner Website http://www.wildpeppermint-design.de

8 Kommentare zu “Von Bienen und Menschen: Wie Lavendelhonig entsteht

  1. Pingback: Erntezeit für viele (Wild)kräuter « Wilde Schönheiten

  2. Pingback: Kunden nachhaltig DANKE sagen « 4plusmarketingservice's Weblog

  3. Toller und sehr informativer Artikel!
    Dankeschön!

    Herzlich Sabina

  4. Pingback: Wie Lavendelhonig entsteht – Fortsetzung « 4plusmarketingservice's Weblog

  5. Liebe Kornelia,

    auch auf diesem Wege Danke für die Kostprobe. Super lecker. Er hat ein ganz feines Aroma, angenehm dezent „lavendelig“. Ich kann den Lavendelhonig wirklich jedem wärmstens empfehlen. Da schmeckt man die Liebe zur Handarbeit und zum Produkt finde ich 😉

    Viel Erfolg auch weiterhin.

    Liebe Grüße
    Heidrun

  6. Danke Heidrun,

    für die Veröffentlichung. Ich freue mich, dass Sie und viele andere Menschen die Arbeit eines Imkers schätzen. Ohne die Imker hätten wir fast gar keine Bienen mehr; wilde Bienen überleben so gut wie gar nicht in der Natur.

    Wir werden alles tun, damit uns die Bienen erhalten bleiben, damit die Menschen dieses natürliche und gesundheitsfördernde Lebensmittel noch lange genießen dürfen.

    Ich danke allen Menschen die uns mit dem Kauf von Honig auch ermöglichen, dass ich unsere Bienen und die anderer Imker mit Radionik und anderen alternativen Methoden behandeln kann.

    Weihnachten steht schon fast vor der Tür und da wäre Honig als unser ältestes Lebensmittel auch für unsere unsterbliche Seele ein wundervolles Geschenk.
    Bei den Honigwein trinkenden Kelten oder bei den Galliern stand die Biene für Weisheit und Unsterblichkeit der Seele.

    „“Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene,
    sie fliegt von Blüte zu Blüte wie die Seele von Stern zu Stern,
    und sie bringt den Honig heim wie die Seele das Licht.“
    (Victor Hugo, aus: Dreiundneunzig )

    Liebe Grüße aus der sonnigen Provence
    sendet allen Kornelia Sinning

  7. Ein wundervoller Beitrag! Ganz herzlichen Dank für die schönen Einblicke; man merkt, wie viel Herzblut und welches Gedankengut dahinter steht.

    Euch weiterhin Kraft und Energie so weiter zu machen und behaltet eure Liebe zu eurer Arbeit!

    Schönen Gruß,
    Michaela

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